Bankrollmanagement

Ein extrem wichtiges Konzept beim Poker, oder auch beim Trading an Wettbörsen, ist das Bankrollmanagement. Es ist tatsächlich sogar nach den Grundlagen des Pokers das wichtigste Konzept überhaupt, da es, richtig angewandt, einen Ruin des Spielers verhindert.

Zuerst muss definiert werden, was eine Bankroll überhaupt ist:

Die Bankroll ist das zum Spiel zur Verfügung stehendes Geld. Normalerweise sieht man das auf dem Pokerkonto vorhandenes Guthaben als Bankroll an. Alternativ kann man als Bankroll auch das bei einem Bezahldienst, wie Skrill oder NETELLER, eingezahlte Betrag. Wichtig ist jedoch, dass die Bankroll getrennt von anderen Geldbeträgen geführt wird. Dies erleichtert die Übersicht und Verwaltung. Zudem verhindert eine getrennte Führung der Bankroll Disziplinlosigkeit, welche wiederum in den Ruin führen kann.

Ein Spieler ist ruiniert, wenn er seine ganze Bankroll verliert, was bei Zocker und Süchtigen normalerweise auf die Formel Bankroll = gesamtes privates Vermögen hinausläuft. Das Risiko des Ruins bei varianzbehafteten Spielen stark von dem Erwartungswert ab. Bei Spielarten mit einem negativen Erwartungswert, wie z.B. Slotgames oder Roulette (siehe hierzu Die Hierarchie der Spiele) oder einem neutralen Erwartungswert, wie z.B. ein Münzwurf ist das Risiko des Ruins immer 100%! Die Dauer bis zum Ruin hängt dann alleine nur noch von der eingesetzten Bankroll, der Einsatzhöhe und Erwartungswert ab. Das mathematische Konzept hinter den Begriff „Ruin des Spielers“ wird in diesen Wikipedia-Artikel beschrieben.

Das Bankrollmanagement beim Poker weißt sehr starke Parallelen zu ähnlichen Konzepten aus der Portfoliotheorie auf. Hier sei beispielsweise das Kelly-Kriterium genannt.

Die Theorie hinter einem vernünftigen Bankrollmanagement kann beliebig komplex sein und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wer sich dennoch für die mathematischen Konzepte dahinter interessiert, dem sei „The Mathematics of Poker“ von Bill Chen und Jerrod Ankenmann empfohlen. In der Pokerwelt selbst sind folgende Erfahrungswerte für das Bankrollmanagement allgemein anerkannt:

Bei No-Limit Hold’em Cash Games zwischen 15 – 50 Buyins. Ein Buyin sind in der Regel 100 Big Blinds. Im Falle eines Tisches mit der Struktur 0,02/0,04 würde der Big Blind 0,04 Cent betragen und ein voller Buyin wäre 4 $ oder €.




No Limit Hold'em Cash Games
Tischeinsätze Aggressiv: 15 Buyins (Hohes Risiko) Standard: 25 Buyins Konservativ: 50 Buyins (Geringes Risiko)
.01/.02 30$/€ 50$/€ 100$/€
.02/.04 60$/€ 100$/€ 200$/€
.05/.10 150$/€ 250$/€ 500$/€
 .10/.25  375$/€  625$/€ 1250$/€
 .25/.50  750$/€ 1250$/€  2500$/€
 1/2  3000$/€  5000$/€  10.000$/€

 

Für No-Limit Hold’em Single Table Sit and Go liegt die Empfehlung bei 25 - 100 Buyins. Will man Sit and Go’s mit einem Buyin vom 1$+0,20$ spielen, so braucht man also eine Bankroll von mindestens 60$.




No Limit Hold'em Single Table Sit And Go
Buyin Aggressiv: 25 Buyins (Hohes Risiko) Standard: 50 Buyins Konservativ: 100 Buyins (Geringes Risiko)
1 + 0.20 30$/€ 60$/€ 120$/€
2 + 0.40 60$/€ 120$/€ 240$/€
5 + 0.50 138$/€ 275$/€ 550$/€
 10 + 1  275$/€  550$/€ 1100$/€
 20 + 2  550$/€ 1100$/€  2200$/€
 30 + 3  825$/€  1650$/€  3300$/€

Bei No-Limit Hold’em Multi Table Tourneys wird eine Bankroll von 100 – 200 Buyins empfohlen. Der Wert ist so hoch, da Multi Table Tourneys aufgrund ihrer hohen Teilnehmerzahl eine große Varianz aufweisen können. Sollen also Turniere mit einem Buyin von 1$+0,10$ gespielt werden, so muss man mindestens 110$ zur Verfügung haben.

 

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